Kerbo Charge
Bündig in den Gehweg eingelassene Kabelrinne, die das Laden des eigenen Elektrofahrzeugs am Straßenrand über den Hausanschluss ermöglicht. Das Verfahren ist derzeit in 36 britischen Kommunen im Regelbetrieb zugelassen.

Eckdaten
Stand der Verbreitung
Britische Kommunen mit aktiven Installationen
Belastbarkeit des selbstschließenden Deckels
Einsetzen und Entfernen des Ladekabels
Bekanntheit nach TV-Auftritt bei „Dragons’ Den“
Angaben gemäß Herstellerseite, Stand: Juni 2026.
Zusammenfassung
Kerbo Charge ist ein in Großbritannien entwickeltes Verfahren für das sogenannte „cross-pavement charging“. Eine flache Kunststoffrinne wird bündig in den vorhandenen Gehweg eingelassen, sodass das Ladekabel nur während des Ladevorgangs sichtbar ist. Das Unternehmen kooperiert dabei jeweils mit den kommunalen Straßenbauunternehmen und arbeitet auf Grundlage bestehender englischer Straßen- und Wegerechtsregelungen.
Nach einem Auftritt der Gründer in der Fernsehsendung „Dragons’ Den“ erhielt das Verfahren breite mediale Aufmerksamkeit. Inzwischen berichten unter anderem BBC, Financial Times, The Guardian, ITV News und Sky News über die Lösung.
So funktioniert die Lösung
- 01Ein Fachunternehmen fräst gemeinsam mit einer kommunalen Tiefbaufirma eine schmale Rinne in den vorhandenen Gehweg.
- 02In die Rinne wird ein Kunststoffprofil mit selbstschließendem Deckel eingelassen, der bündig mit der Pflasterung abschließt.
- 03Beim Laden wird das Kabel innerhalb von etwa 30 Sekunden in die Rinne eingelegt; danach schließt sich der Deckel von selbst.
- 04Außerhalb des Ladevorgangs bleibt die Oberfläche eben und barrierefrei – Rollatoren, Kinderwagen und Räder können unbeeinträchtigt passieren.
Eigenschaften und Auflagen
- Selbstschließender Deckel, geprüft auf 250 kN Belastung
- Bündig mit der Gehwegoberfläche, kein dauerhafter Aufbau
- Einsetzen und Entfernen des Kabels in rund 30 Sekunden
- Installation durch zertifizierte kommunale Straßenbaubetriebe
- Kostenübernahme durch den Antragsteller
- Rückbauverpflichtung bei Wegfall des Bedarfs
Stimmen aus der Berichterstattung
„Vermeidet die Stolpergefahren von Kabelbrücken oder ‑matten."
„Ermöglicht Anwohnern ohne eigenen Stellplatz das Laden zu Hause."
„Kerbo Charge zählt 30 Kommunen, in denen das Produkt installiert werden darf – von Stirling in Schottland bis Cornwall."
Expansion nach Belgien
Kerbo Charge erweitert sein Konzept derzeit auch nach Belgien. Das Unternehmen sucht öffentlich Teilnehmer für erste Pilotinstallationen und arbeitet daran, die Lösung gemeinsam mit lokalen Partnern und Behörden einzuführen.
Die belgischen Pilotprojekte zeigen, dass das Konzept nicht auf Großbritannien beschränkt ist, sondern auch in anderen europäischen Ländern als mögliche Lösung für das Laden von Elektrofahrzeugen ohne privaten Stellplatz betrachtet wird. Eine flächendeckende Einführung in Belgien besteht zum jetzigen Zeitpunkt nicht; das Verfahren befindet sich in der Pilot- und Einführungsphase.
Internationale Entwicklung
- Großbritannien – regulärer Einsatz in mehreren Kommunen
- Belgien – Pilot- und Einführungsphase
- Niederlande – kommunale Genehmigungsverfahren
Relevanz für Deutschland
Das britische Verfahren zeigt, dass eine genehmigte, barrierefreie und dauerhaft betriebene Kabelrinne im öffentlichen Gehweg technisch umsetzbar ist und sich innerhalb weniger Jahre auf zahlreiche Kommunen ausweiten lässt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich zwischen England und Deutschland erheblich; eine direkte Übertragung ist daher nicht möglich.
Für deutsche Kommunen relevant sind insbesondere die dokumentierten Erfahrungen zu Sicherheit, Barrierefreiheit, Rückbau und Haftungsverteilung. Diese können als sachliche Referenz für die Prüfung vergleichbarer Verfahren herangezogen werden.
Quellen
- kerbocharge.com – Herstellerseite
- kerbocharge.com – Übersicht der teilnehmenden Kommunen
- Kerbo Charge – Belgian Trial
Hinweis: GehwegLaden steht in keiner geschäftlichen Beziehung zu Kerbo Charge. Die Darstellung dient ausschließlich der dokumentarischen Einordnung.
Weitere dokumentierte Beispiele und Pilotprojekte in der Übersicht.
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