Internationale Übersicht
Vereinigtes KönigreichIm Einsatz

Kerbo Charge

Bündig in den Gehweg eingelassene Kabelrinne, die das Laden des eigenen Elektrofahrzeugs am Straßenrand über den Hausanschluss ermöglicht. Das Verfahren ist nach Herstellerangaben derzeit in rund 36 britischen Kommunen im Regelbetrieb zugelassen.

Person läuft auf einem Gehweg über eine bündig eingelassene Kabelrinne von Kerbo Charge.

Eckdaten

Stand der Verbreitung

36

Britische Kommunen mit aktiven Installationen (Herstellerangabe)

250 kN

Belastbarkeit des selbstschließenden Deckels (Herstellerangabe)

~30 s

Einsetzen und Entfernen des Ladekabels (Herstellerangabe)

2023

Bekanntheit nach TV-Auftritt bei „Dragons’ Den“

Angaben gemäß Herstellerseite, Stand: Juni 2026.

Zusammenfassung

Kerbo Charge ist ein in Großbritannien entwickeltes Verfahren für das sogenannte „cross-pavement charging“. Eine flache Kunststoffrinne wird bündig in den vorhandenen Gehweg eingelassen, sodass das Ladekabel nur während des Ladevorgangs sichtbar ist. Das Unternehmen kooperiert dabei jeweils mit den kommunalen Straßenbauunternehmen und arbeitet auf Grundlage bestehender englischer Straßen- und Wegerechtsregelungen.

Nach einem Auftritt der Gründer in der Fernsehsendung „Dragons’ Den“ erhielt das Verfahren breite mediale Aufmerksamkeit. Inzwischen berichten unter anderem BBC, Financial Times, The Guardian, ITV News und Sky News über die Lösung.

So funktioniert die Lösung

  1. 01Nach Herstellerangaben fräst ein Fachunternehmen gemeinsam mit einer kommunalen Tiefbaufirma eine schmale Rinne in den vorhandenen Gehweg.
  2. 02In die Rinne wird ein Kunststoffprofil mit selbstschließendem Deckel eingelassen, der bündig mit der Pflasterung abschließt.
  3. 03Nach Herstellerangaben wird das Kabel innerhalb von etwa 30 Sekunden in die Rinne eingelegt; danach schließt sich der Deckel von selbst.
  4. 04Außerhalb des Ladevorgangs bleibt die Oberfläche eben und barriereärmer als aufgesetzte Kabelbrücken – Rollatoren, Kinderwagen und Räder können weitgehend unbeeinträchtigt passieren.

Eigenschaften und Auflagen

  • Selbstschließender Deckel, geprüft auf 250 kN Belastung
  • Bündig mit der Gehwegoberfläche, kein dauerhafter Aufbau
  • Einsetzen und Entfernen des Kabels in rund 30 Sekunden
  • Installation durch zertifizierte kommunale Straßenbaubetriebe
  • Kostenübernahme durch den Antragsteller
  • Rückbauverpflichtung bei Wegfall des Bedarfs

Hinweise aus der Berichterstattung

Nach Berichterstattung britischer Medien (u. a. BBC, Financial Times, The Guardian, ITV News, Sky News) wird das Verfahren als Möglichkeit dargestellt, Anwohnern ohne eigenen Stellplatz das Laden zu Hause zu ermöglichen und dabei Stolpergefahren aufgesetzter Kabelbrücken oder ‑matten zu vermeiden.

In derselben Berichterstattung wird eine steigende Zahl teilnehmender britischer Kommunen erwähnt. Konkrete Zahlen basieren jeweils auf Angaben des Herstellers bzw. auf den öffentlichen Angaben der jeweiligen Kommunen.

Sinngemäße Zusammenfassung der Berichterstattung ohne direkte Quellenlinks. Zahlen basieren auf Hersteller- bzw. Kommunenangaben.

Expansion nach Belgien

Kerbo Charge erweitert sein Konzept derzeit auch nach Belgien. Das Unternehmen sucht öffentlich Teilnehmer für erste Pilotinstallationen und arbeitet daran, die Lösung gemeinsam mit lokalen Partnern und Behörden einzuführen.

Die belgischen Pilotprojekte zeigen, dass das Konzept nicht auf Großbritannien beschränkt ist, sondern auch in anderen europäischen Ländern als mögliche Lösung für das Laden von Elektrofahrzeugen ohne privaten Stellplatz betrachtet wird. Eine flächendeckende Einführung in Belgien besteht zum jetzigen Zeitpunkt nicht; das Verfahren befindet sich in der Pilot- und Einführungsphase.

Internationale Entwicklung

  • Großbritannien – regulärer Einsatz in mehreren Kommunen
  • Belgien – Pilot- und Einführungsphase
  • Niederlande – kommunale Genehmigungsverfahren

Relevanz für Deutschland

Das britische Verfahren zeigt, dass eine genehmigte, barrierearme und dauerhaft betriebene Kabelrinne im öffentlichen Gehweg technisch umsetzbar ist und sich innerhalb weniger Jahre auf zahlreiche Kommunen ausweiten lässt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich zwischen England und Deutschland erheblich; eine direkte Übertragung ist daher nicht möglich.

Für deutsche Kommunen relevant sind insbesondere die dokumentierten Erfahrungen zu Sicherheit, barriereärmeren Bauformen, Rückbau und Haftungsverteilung. Diese können als sachliche Referenz für die Prüfung vergleichbarer Verfahren herangezogen werden.

Quellen

Hinweis: GehwegLaden steht in keiner geschäftlichen Beziehung zu Kerbo Charge. Die Darstellung dient ausschließlich der dokumentarischen Einordnung.

Weitere internationale Beispiele finden Sie in der Übersicht.

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